artionale 2019 – Resonanzen

artionale 2019 – Resonanzen

Alle drei Jahre findet in München die artionale statt. Vier Wochen lang begegnen sich Kunst und Musik in den evangelischen Kirchen Münchens. In dieser Zeit können Kirche, Theologie und persönlicher Glaube durch Kunst zu einem neuen Verständnis führen. Eine kurzfristige Veränderung des Altarraumes erwartet die Gemeindeglieder in unserer Dreieinigkeitskirche.

Termine in Dreieinigkeit:

Donnerstag, 10. Oktober 2019, 20 Uhr: Vernissage „artionale 2019 in Dreieinigkeit“ mit den beiden Künstlern Catalin Pislaru und Irina Ojovan – musikalischer Beitrag durch Kirchenmusikdirektor Georg Ziethe

Sonntag, 27. Oktober, 10 Uhr: Kunst-Gottesdienst zur artionale 2019 mit Dekan Dr. Marinkovic und Capella Trinitatis

Sehr präsent ist das Altarbild von Heinrich Brüne, das dieser 1938 recht monumental im Geist seiner Zeit schuf. Der Künstler Catalin Pislaru konzipiert ein neues Altarbild, das auf Stoff gedruckt über das bestehende Fresko gehängt werden soll. Ausgangspunkt seiner künstlerischen Überlegungen für das neue Motiv ist das Motiv „Troiza“ (1411), ein Schlüsselwerk des russischen Ikonenmalers Andrei Rubljow (Moskau, 1360 – 1430), das erst 1904 wiederentdeckt wurde. Die Ikone basiert auf den Geschehnissen, die in Gen. 18, 1-16 berichtet werden: Drei Engel besuchen Abraham und Sara und verkünden ihnen, dass beide im hohen Alter noch ein Kind zeugen werden. Rubljow konzentriert sich auf die Darstellung der drei Besucher in Gestalt von Engeln. Dies wird als ein politischer Appell an die Einigkeit während einer Zeit voller Konflikte unter den russischen Fürsten interpretiert. Gleichzeitig wird darin eine Auseinandersetzung mit der Deutung der Dreieinigkeit gesehen. Rubljow stellt die Dreifaltigkeit bewusst als Einheit dar, ohne in der Darstellung klar zwischen Gottvater, Sohn und Heiligem Geist zu differenzieren.

Pilsaru tritt in einen physischen und spirituellen Dialog mit der Ikone und zeigt eine digital veränderte Version der Ikone. Als Metapher für die Reise durch Zeit und Raum wird das Foto auf Pixel reduziert, sodass der Betrachter das Bild nur aus einer bestimmten Entfernung erkennen kann. Ein wichtiger künstlerischer Aspekt ist die Wahl des Materials. Pislaru hat sich für einen Druck auf synthetischem Stoff entschieden, der das Gefühl einer gewissen Zerbrechlichkeit vermittelt, selbst wenn das Foto aus farbigen Quadraten besteht. Jedes „Pixel“ hat eine Farbe wie bei einem Mosaik, so dass der Besucher das Gefühl eines riesigen Glasmosaiks haben wird, das gleichzeitig auf einem empfindlichen Textil schwebt.

Irina Ojovan entwickelt für die beiden Nischen im Kirchenraum in der Nähe des Altarraums neue Skulpturen, die sich formal auf vorhandene Objekte und Strukturen im Kirchenraum beziehen. Sie reagiert damit auf Vorgefundenes und ermöglicht über die Reduktion und eine Veränderung des Materials einen neuen Blick auf die Formen.
Benita Meißner, Geschäftsführerin und Kuratorin der Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst e.V.

Die Eröffnung der artionale findet am 9. Oktober in St. Markus um 19 Uhr statt.

Dauer der artionale: 9. Oktober bis 6. November.
Weitere Termine und alle teilnehmenden Kirchen finden Sie unter www.artionale.de