2019

Sehr präsent ist in unserer Kirche das Altarbild von Heinrich Brüne, das dieser 1938 recht monumental im Geist seiner Zeit schuf. Der Künstler Catalin Pislaru konzipierte im Rahmen der Artionale 2019 ein neues Altarbild, das auf Stoff gedruckt über das bestehende Fresko gehängt wurde. Ausgangspunkt seiner künstlerischen Überlegungen für das neue Motiv der „Dreieinigkeit“ ist das Motiv „Troiza“ (1411), ein Schlüsselwerk des russischen Ikonenmalers Andrei Rubljow (Moskau, 1360-1430), das erst 1904 wiederentdeckt wurde. Die Ikone basiert auf den Geschehnissen, die in Gen. 18, 1-16 berichtet werden: Drei Engel besuchen Abraham und Sara und verkünden ihnen, dass beide im hohen Alter noch ein Kind zeugen werden. Rubljow konzentriert sich auf die Darstellung der drei Besucher in Gestalt von Engeln. Dies wird als ein politischer Appell an die Einigkeit während einer Zeit voller Konflikte unter den russischen Fürsten interpretiert. Gleichzeitig wird darin eine Auseinandersetzung mit der Deutung der Dreieinigkeit gesehen. Rubljow stellt die Dreifaltigkeit bewusst als Einheit dar, ohne in der Darstellung klar zwischen Gottvater, Sohn und Heiligem Geist zu differenzieren.

Pilsaru tritt in einen physischen und spirituellen Dialog mit der Ikone und zeigt eine digital veränderte Version der Ikone. Als Metapher für die Reise durch Zeit und Raum wird das Foto auf Pixel reduziert, sodass die Betrachtenden das Bild nur aus einer bestimmten Entfernung erkennen können. Ein wichtiger künstlerischer Aspekt ist die Wahl des Materials. Pislaru hat sich für einen Druck auf synthetischem Stoff entschieden, der das Gefühl einer gewissen Zerbrechlichkeit vermittelt, selbst wenn das Foto aus farbigen Quadraten besteht. Jedes „Pixel“ hat eine Farbe wie bei einem Mosaik, so dass die Besucher das Gefühl eines riesigen Glasmosaiks haben, das gleichzeitig auf einem empfindlichen Textil schwebt.

Das Werk von Catalin Pislaru wurde für die Dreieinigkeitskirche erworben. Von Zeit zu Zeit finden Sie es in der Kirche.

Irina Ojovan entwickelte für die beiden Nischen im Kirchenraum in der Nähe des Altarraums neue Skulpturen, die sich formal auf vorhandene Objekte und Strukturen im Kirchenraum bezogen. Sie reagierte damit auf Vorgefundenes und ermöglichte über die Reduktion und eine Veränderung des Materials einen neuen Blick auf die Formen.